Wieso bin ich im Leben da, wo ich jetzt bin?

Im Normalfall sind wir im Leben genau da wo wir sind, weil wir in der Vergangenheit – unter gegebenen Umständen – genauso gedacht, gefühlt und gehandelt haben, wie wir es eben haben.

Mit unseren individuellen Denk-, Emotions- und Handlungsmustern reagieren und agieren wir in unserer Umwelt, wodurch ständig neue Fakten geschaffen werden. Jeden Tag treffen wir tausende und abertausende Entscheidungen (die wenigsten davon bewusst). Wir entscheiden, was wir denken, was wir fühlen und wie wir handeln. Bewusst oder unbewusst – jede Entscheidung nimmt steuernd Einfluss auf unseren Lebensweg.

„Halt stopp“, werden jetzt viele sagen. „Ich kann doch nichts dafür, was ich denke. Und wenn mich der blöde Arbeitskollege sauer macht, dann kann ich doch auch nichts für meine Gefühle – dann hat der doch zu verantworten, was ich fühle. Und natürlich muss ich ihn ggf. zur Räson bringen, und damit hat er eigentlich auch noch mein Handeln zu verantworten … man darf sich ja nicht alles bieten lassen.“

Wenn das jedoch unsere Glaubenssätze sind, dann stecken wir in einer Sackgasse und kommen irgendwann nicht mehr weiter.

Wie komme ich da raus?

Wir Menschen neigen dazu, besonders wenn wir unzufrieden sind, die Verantwortung außerhalb unserer Handlungsmacht zu sehen. Teilweise weil wir es nicht besser wissen, größten Teils jedoch weil es so schön einfach ist. Wir glauben so nicht selbst aktiv werden zu müssen. Es ist aber vor allem eine Ausrede vor uns selbst.

Der Nachteil dabei ist, dass wir die Macht über uns abgeben und uns selbst als Opfer darstellen – und schlimmsten Falls auch wahrnehmen. Alles und Jeder, dem wir die Verantwortung für unser Denken, Fühlen und Handeln geben, hat damit die Macht über uns. Das fühlt sich nicht gut an und schlägt sich auf die Dauer negativ auf Seele und Körper nieder.

Als Trostpflaster reden wir uns dann ein, dass wir als Opfer zumindest moralisch über den Personen stehen, die unser Leid vermeintlich zu verantworten haben.

Was kann ich konkret tun?

  1. Verantwortung für das eigene Denken, Fühlen und Handeln übernehmen:
    Es geht nicht um Schuld, und es geht auch nicht um die Verantwortung für die Dinge, die in unser Leben getreten sind, sondern es geht um die Verantwortung dafür, wie wir auf das reagieren, was in unserer Außenwelt und unserer Innenwelt auftaucht. Schauen Sie sich einfach einmal die Menschen in Ihrem Umfeld an. Sind diese eher zufrieden oder eher unzufrieden?  Sind sie eher ‚Selbstverantworter‘ oder ‚Verantwortungsabgeber‘?
  2. Selbstkompetenz erhöhen:
    Hierbei geht es im Groben um die Kompetenz sich selbst wahrzunehmen, zu steuern, zu motivieren und an sich zu arbeiten. Wenn wir unser Leben ändern möchten, dann können wir nur da sinnvoll ansetzen, wo wir auch die Handlungsmacht haben – bei uns selbst. Prüfen Sie einmal wie häufig wir versuchen andere Menschen zu ändern. Außer dass die Aktion zum Scheitern verurteilt ist, kostet sie noch viel Zeit, Energie und macht unglücklich.
  3. Am Unterbewusstsein arbeiten:
    Da unser System Mensch fast ausschließlich auf Autopilot läuft, ist es wichtig, ganz gezielt und insbesondere, das Unterbewusstsein in die Arbeit an sich selbst einzuschließen, um die unbewussten Muster im Denken, Fühlen und Handeln zielfördernd zu ändern. Wenn unser Bewusstsein mit seinem Willen und das Unterbewusstsein unterschiedliche Dinge anstreben, dann gewinnt auf Dauer immer das Unterbewusstsein.

Wie kann ich mein Unterbewusstsein beeinflussen?

  1. So tun als ob:
    Möglichst häufig, über einen langen Zeitraum, sich genau so verhalten, wie man selbst sein möchte. Dabei fragen wir uns, auf was ein Schauspieler achten müsste (z.B. Haltung, Gang, Stimme, Redensart, … und ganz wichtig das Gefühl). Stückchen für Stückchen lernt unser Unterbewusstsein dabei und das angestrebte Verhalten wird zur Gewohnheit.
  2. Spiegelneuronen nutzen:
    Wenn wir mit Menschen zusammen sind, die genau das Verhalten an den Tag legen, welches wir uns wünschen, dann lernt unser Unterbewusstsein ganz nebenbei. ‚Lernen am Model‘ ist eine der effizientesten Arten des Lernens. Sie funktioniert über unsere Spiegelneuronen im Gehirn. Diese sorgen dafür, dass beim Zuschauer die gleichen neuronalen Muster aktiviert werden, wie bei dem Handelnden. Es ist eine Art (Gehirn-)Training, ohne dass der Zuschauer aktiv wird.
  3. Trance-Methoden:
    Durch Methoden wie Hypnose, Autogenes Training, Meditation, Mentaltraining etc. ist es uns möglich in andere Bewusstseinszustände zu kommen. Dabei haben wir einen besseren Zugang zum Unterbewusstsein und können so Undenkbares denken, Blockaden lösen, neue Denk- und Verhaltensmuster installieren und trainieren sowie Ursachen für bestimmte Muster finden.

Fazit:

Die Ursache und die Lösung für unsere Probleme liegen fast immer bei uns – und meistens zwischen unseren Ohren. Lassen Sie uns genau dort den Raum für gewünschte Änderungen schaffen.